Du nimmst deine Schilddrüsentablette, nimmst Selen ein, ernährst dich gesund. Warum geht es dir trotzdem nicht besser?
- Albina Schehl

- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
In diesem Video findest du die Antwort darauf:
Eins vorweg. Es liegt nicht an deiner Disziplin
Du machst alles richtig.
Die Tablette nüchtern, jeden Morgen, seit Jahren. Selen. Vielleicht Zink, Vitamin D. Du hast Gluten weggelassen, dich informiert, Podcasts gehört, Ärzte gewechselt.
Und trotzdem: Du wachst auf und bist müde. Nachmittags brichst du ein. Für die Dinge, auf die du dich freuen solltest, hast du keine Kraft.
Wenn du das kennst, ist dieser Text für dich.
Ein Blutwert zeigt, was gerade im Blut unterwegs ist. Er zeigt nicht, ob es dort ankommt, wo dein Körper es braucht — in der Zelle. Das sind zwei verschiedene Fragen, und die zweite stellt kaum jemand.
Deswegen kannst du Selen nehmen und trotzdem müde sein. Deswegen kann auf dem Laborzettel "alles im Normbereich" stehen, während dein Körper etwas komplett anderes erzählt.
Dazu kommt: Deine Schilddrüse arbeitet nicht alleine. Sie hängt an deiner Leber, die das Hormon umbauen muss. Sie hängt an deinem Darm, der deine Stimmung und deine Nährstoffaufnahme mitbestimmt. Wenn dort etwas klemmt, nützt die beste Tablette wenig.
Das klingt erstmal nach schlechter Nachricht. Ist aber die beste, die ich dir geben kann — denn es heißt: Es gibt Stellschrauben, an denen bisher niemand gedreht hat.
Warum ich das weiß
Ich war sieben Jahre so müde, du kannst dir nicht vorstellen wie. Es hat sich angefühlt als sitzen schwere Steine auf meinen Augenliedern. Ich hatte meine Schilddrüsentablette eingenommen und erhöht bis ich bei 75 µg war, meine Werte waren ganz okay und einen Arzt, der sagte: Damit muss ich wohl leben. Für die Müdigkeiten wurde ich immer mal wieder krank geschrieben "damit ich mich mal erhole".
Ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden — weil alle Zahlen "in Ordnung" sagten und mein Körper das Gegenteil.
Dann habe ich angefangen, es selbst zu verstehen: Ausbildungen, über viertausend Euro in Wissen und mehrere Jahre rein gesteckt um über meine eigene Schilddrüse, und irgendwann der Wechsel von "nur Blut messen" zu "schauen, was auf Zellebene ankommt".
Und dann wachte ich eines Morgens auf und war einfach wach. Bis ich irgendwann joggen gehen konnte. Zu laufen, für mich, am morgen, die Sonne scheint mir ins Gesicht. Ich war so stolz auf mich. Ich habe es geschafft.
Heute arbeite ich mit Frauen, die genau dort stehen, wo ich stand.
Wenn ich heute noch müde und antriebslos wäre würde ich damit anfangen: Selleriesaft am Morgen
Ich gebe dir keine Theorie mit, sondern etwas, das du morgen früh machen kannst.
Warum der Morgen? Weil dein Verdauungssystem dann leer ist. Was du als Erstes reinschickst, hat freie Bahn. Sellerie besteht zu über 90 Prozent aus Wasser plus Mineralstoffen und Salzen — er belastet dein System nicht, er bringt es in Bewegung. Und ein träger Darm bedeutet: Was raus soll, bleibt drin. Was rein soll, kommt nicht an.
So mache ich es:
Nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes Wasser.
Ein Bund Staudensellerie entsaften. Kein Entsafter? Mixer plus Nussmilchbeutel. Pur — kein Apfel, keine Zitrone.
Auf nüchternen Magen trinken, zum Start ca. 250-500 ml.
30-60 Minuten warten. Das ist der Schritt, den die meisten weglassen — und genau der ist wichtig. Den dann wird dein Darm leer gefegt.
Danach frühstücken.
Was realistisch passiert: Nicht nach einem Tag. Aber nach ein paar Tagen wird bei vielen die Verdauung regelmäßiger, das Aufgeblähtsein weniger, und dieses zähe Gefühl am Vormittag leiser.
Drei Gedanken, die du wahrscheinlich gerade hast
"Mein Arzt sagt, meine Werte sind gut."
Kann beides stimmen. Der Normbereich ist ein Durchschnitt über tausende Menschen — nicht dein persönliches Wohlfühlfenster.
"Ich hab schon so viel probiert."
Wahrscheinlich immer an einer Stelle gleichzeitig. Der Körper macht aber nicht mit, wenn eine Schraube gedreht wird, während drei andere lose sind.
"Ich hab dafür keine Kraft."
Der ehrlichste Einwand von allen. Deswegen fange ich mit zehn Minuten an und nicht mit einem 12-Wochen-Plan.
Nächste Woche: das Frühstück
Im nächsten Teil zeige ich dir, warum dein Frühstück vermutlich der Grund ist, warum du gegen halb elf nur noch funktionierst — und was ich stattdessen esse.
Und jetzt du: Schreib mir in die Kommentare ein einziges Wort — wie fühlst du dich, wenn du morgens aufwachst? Ich lese und beantworte jeden Kommentar.
Das ist meine persönliche Geschichte und keine medizinische Empfehlung. Bitte setze keine Medikamente ab und verändere keine Dosierung, ohne mit deinem Arzt zu sprechen.

Deine Albina

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